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Messstellen

Grundwassermessstellen und Brunnen

Qualitätsüberwachung und Qualitätssicherung

Bei der Errichtung von Grundwassermessstellen und Brunnen kommt der Qualitätsüberwachung und -sicherung ein hoher Stellenwert zu; dies nicht nur aus Gründen des für die Errichtung für notwendigen hohen finanziellen Aufwandes sondern auch - wie Grundwasserschadensfälle belegen - um dem vorbeugenden Grundwasserschutz gerecht zu werden.

Hohe Anforderungen werden an Grundwasserentnahmebrunnen gestellt, die zur Sanierung von kontaminierten Wässern dienen, da zum einen die Art und Höhe der Belastung anhand von Wasserproben exakt bestimmt werden muss und zum anderen meist sehr kostenintensive Sanierungsmaßnahmen auf diesen Ergebnissen konzipiert und durchgeführt werden.

Die Ansprüche an die Wasseranalytik und Probennahme sowie an einen erfolgreichen Grundwasserschutz rechtfertigen einen hohen Qualitätsstandard der Messstelle insbesondere im Hinblick auf die hydrogeologischen und hydraulischen Gegebenheiten. Die systematische und flächendeckende Erfassung, Bewertung und Überprüfung der chemischen und physikalischen Kennwerte des Grundwassers bzw. des Aquifers sind notwendig, um negative Trends zu erkennen oder im Falle einer Sanierungsmaßnahme den Sanierungsverlauf und -erfolg beurteilen zu können.

Geophysikalische Verfahren

Im Rahmen der Qualitätssicherung und -überwachung bieten geophysikalische Bohrlochmessverfahren eine Fülle von Möglichkeiten weiterführende Erkenntnisse sowohl bei neuen Messstellen zu gewinnen und die ausgeführten Arbeiten zu kontrollieren als auch bei bereits bestehenden älteren Messstellen zur Ausbaukontrolle und zur Feststellung von Betriebsdaten und Alterungserscheinungen herangezogen zu werden. Ebenso sind diese Erkenntnisse erforderlich, um geophysikalische Messungen (Geoelektik, Geomagnetik, Seismik), die an der Erdoberfläche durchgeführt wurden, richtig zu interpretieren.

Ausführliche Informationen finden Sie unter www.geophysik.de

Aus der Vielzahl der möglichen Messverfahren sind das oder die geeigneten Verfahren für den jeweiligen spezielle Einzelfall nach Fragestellung und Erfordernissen auszuwählen.

In der Regel werden die Messungen im unverrohrten Wasser- oder spülungserfüllten Bohrloch ausgeführt. Viele Verfahren können aber auch in der verrohrten Messstelle angewandt werden wie die Tab. aufzeigt.

Aus den durchgeführten Messungen lassen sich Angaben über

  • Schichtgrenzen (und Raumlage der Schichten),
  • Korrelationen von Schichteinheiten in verschiedenen Bohrungen,
  • Gesteinsausbildung (Durchlässigkeiten, Porosität, Dichte),
  • Salinität des Grundwassers (Wasserzu- und -abflüsse),
  • Salinität der Bohrspülung,
  • Bohrlochdurchmesser,
  • Kontrolle des Ausbaus

messen oder ableiten.

Folgende Bohrlochmessverfahren können je nach Fragestellung zum Einsatz kommen:

  • Gammastrahlenmessung (GR),
  • Neutronenmessung (N),
  • Schallgeschwindigkeit, Akusticlog oder Soniclog (SONIC),
  • elektrische Widerstandsmessung, Elektriklog (EL, ES),
  • fokussiertes Elektriklog, Laterolog (FEL, LL),
  • Eigenpotentialmessung (SP),
  • Induktionsmessung (IES),
  • Salinometermessung (SAL),
  • Temperaturmessung (TEMP),
  • Flowmetermessungen (FLOW),
  • Kalibermessungen, Caliperlog (CAL).

Alle bei den Messungen gewonnen Daten müssen in Messprotokollen festgehalten werden, wobei die Messwertaufzeichnung in alle Fällen kontinuierlich beim Befahren der Bohrung mit der entsprechenden Sonde erfolgt. Hier sind zu nennen:

  • Allgemeine Daten:

Auftraggeber,
Lage,
Zeitpunkt,
Messpunkthöhe etc.;

  • spezifische Daten:

Tiefe Filterausbau,
Verrohrung,
Spülungszusätze etc.;

  • Messdaten:

Messverfahren,
Sondendaten,
Messgeschwindigkeit etc.



29.12.2003
© 11/99
Dietmar Lorenz